Kapitel 26
WICHTIG!
Zunächst würde ich Simon, Oli, Diana, Adrien Peyrac und Vero bitten, auf diesen Link zu klicken und die Datei zu öffnen. Habe was für euch gemacht. Wäre wichtig!!!
http://www.2shared.com/file/5231626/14dc173b/Bild1.html
Vielleicht das vorletzte Mal, dass ich hier einen Beitrag in mein Frankreichtagebuch schreiben werde.
Heute ist Mittwochabend, ich bin allein zu hause, wie so oft hier und weil mir eigentlich eher langweilig, habe ich mich gerade im Internet beschäftigt, Deutschlandspiel im Internet geschaut und
Blog geschrieben.
Mein Wochenende habe ich ein letztes Mal in Bédarieux verbracht. Donnerstagabend mit dem TGV nach Aix-en-Provence zu meiner bezaubernden LieblingsAixianerin und nach einem wirklich schönen Tag in
den Wäldern von Aix dann mit dem TGV direkt nach Bédarieux, wo ich am Samstag einen Gammeltag eingelegt habe, dafür aber am Sonntag zum Viaduc de Millau mit den Eltern allein gefahren bin. Das
ist ein ziemlich schönes Bauwerk und vor allem beeindruckend, denn es ist höher als der Eiffelturm. Gegessen haben wir in einem ziemlichen schicken und auch teuren Restaurant in Millau und am
Nachmittag sind wir noch zum Heimatdorf von Gigis Opa gefahren. Ein wirklich sehenswertes Dorf in den Cevennen im Aveyron. Schaut euch die Bilder an, da kann man alles gut sehen.
Nach einem anstrengenden Tag habe ich den Abend in der Familie verbracht, wirklich nochmal schön so mit den Eltern, Gigi und dem Bruder zu reden. Dort fühle ich mich
mittlerweile sehr sehr wohl und will mich auch hiermit nochmal bedanken. War eine gute Ersatzfamilie ;-)
Montag bin ich dann direkt von Bédarieux nach Montpellier, hab mich mit meinem Tandem getroffen und am Abend die ersten Abreisevorbereitungen getroffen. Dienstag war dann traurig. Mein letzter
Tag in meiner Lieblingsschule und wie es so perfekt passt, war die Lehrerin krank ohne mir abzusagen. So habe ich trotzdem Unterricht gemacht und mich von meinen Schülern verabschiedet. Wir haben
wieder lustige Videos gemacht. Dienstagabend war wieder Volleyballtraining.
Den heutigen Mittwoch habe ich dann mit Abreisevorbereitungen verbracht, mein letztes Mal mit ein Treffen mit meinem wirklich netten Tandempartner Philippe Mas gehabt und sitze jetzt gerade bei
mir zuhause. Morgen ist mein allerletzter Schultag, leider..... Ich werde mich verabschieden müssen und ab morgen dann vorerst wieder nicht mehr unterrichten. Es war eine tolle Erfahrung und
Motivation vor einer Klasse stehen zu können, auch wenn man die jetzige Situation nicht mit der späteren vergleichen kann. Ich hatte immer weniger
Schüler,
von Hauptschülern bis zu Spitzengymnasiasten. Die Motivation der Schüler hier ist schrecklich, das hat mich oft genervt. Trotzdem war dann auch eine gute Übung damit umzugehen.Gestört hat mich
sehr, dass ich nie in Sequenzen arbeiten konnte, weil immer eine Stunde ausfiehl wegen Streik oder Schüleraustausch oder einfach so.
Trotzdem ziehe ich ein sehr sehr positives Fazit. Wenn ich in einer beruflichen Kategorie denken soll, dann hat mir dieser Aufenthalt sehr viel gebracht, vor allem viel Erfahrung und viele neue
Einsichten. Dann natürlich Motivation und weil es ja auch ganz gut bezahlt wurde, konnte ich davon profitieren. Für mich persönlich stand natürlich die Sprache im Vordergrund. Mein
Sprachverständnis würde ich mittlerweile als 90% bezeichnen. Schwierigkeiten habe ich natürlich immer noch in der Aussprache (die einfach schwierig ist) und dann auch im Ausdruck (gutes Vokabular
finden und grammatisch korrekt in den Satz einbauen). Aber auch hier bin ich um 300% besser geworden, vor allem weil mein Ausgangsniveau noch nicht studien- und französischlehrerreif war. Jetzt
würde ich mich trauen vor eine Klasse zu stehen und eine Stunde auf französisch zu halten. Davor undenkbar.
Super war natürlich dei Möglichkeit so viel reisen zu können. Von Bordeaux bis Marseille habe ich jetzt alles gesehen, was sehenswert ist. Insgesamt war ich von 25 Wochenenden 4 Wochenenden in
Sète. Sonst immer auf Reisen unterwegs. Egal ob Bordeaux, Toulouse, Narbonne, Perpignan, Collioure, Carcassonne, Beziers, Bédarieux, Millau, Anduze, Montpellier, Nimes, Arles,
Les-Baux-de-Provence, Marseille, Aix-en-Provence, Avignon, Cassis oder Sète. Jede Stadt habe ich versucht zu erkunden und zu genießen. Auf der anderen Seite muss ich auch sagen, dass ich
vom Reisen erstmal genug habe.
Ein anderer wichtiger Punkt ist natürlich auch, dass die Fernbeziehung mit Vero eigentlich problemlos funktioniert hat. Hauptsächlich aber auch, weil wir nur 300 km
voneinander entfernt wohnen.
Sportlich habe ich dieses Jahr sehr einseitig gelebt: hauptsächlich Volleyball bei Arago de Sète in der zweiten Mannschaft (zwei oder dreimal in der Woche Training). Niveau war für mich
eigentlich zu gut, aber die Möglichkeit werde ich nie wieder haben in einer Regionalligamannschaft mitzutrainieren. Der Volleyballverein ist wie eine Familie, da ist man auch bei den Profis immer
gerne gesehen. Das hat mir natürlich gefallen.
Meine zweite Sportart war Tennis, leider nur gelegentlich in Bédarieux mit Adrien, Gigis Bruder. Das war aber auch toll. Sonst bleibt sportlich nur noch mein 20km Spaziergang von Sète nach Agde,
den ich letzte Woche Mittwoch mit JanPhilip (Assistent in Narbonne) gemacht habe.
Eine Leidenschaft, die ich hier in Frankreich gefunden habe, sind die Fische. Wenn man schon am Meer, am Kanal wohnt, sind Fische zwangsläufig ein Thema. Am Anfang war ich wirklich noch sehr
zurückhaltend, doch je länger ich hier bin, desto mehr mag ich Fisch. Er sollte halt aber einfach frisch sein.... sonst kann ich jeden Fischhasser verstehen. Man kann seine Meinung aber auch
ändern, denn Fisch ist wirklich gut.
Toll war auch die Möglichkeit eine authentische französische Stadt kennenzulernen, vor allem das tägliche Leben, die Besonderheiten und die Geschichte.
Nächste Woche wird es nochmal einen der Höhepunkte meines Aufenthalts geben: Die Bolivienboys, die sich seit ihrem letzten Aufenthalt im Oktober auch Schnappfischboys nennen, kommen mich für eine
Woche besuchen. Das wird bestimmt nochmal gemütlich. Sonne, Wein und Fisch genießen, mit den Jungs vom französische Leben profitieren.
Jetzt bedanke ich mich bei euch, dass ihr mich so lieb unterstützt habt in meiner Zeit hier in Sète, denn jede Nachricht tut verdammt gut, wenn man im Ausland allein ist. Auch wenn ich
mittlerweile erwachsen bin, sind die gewohnten Menschen aus dem Umfeld einfach wichtig. Für mich auf jeden Fall.
Eine letzte Nachricht kommt nochmal vor meiner Abreise für euch, bis dahin wünsche ich euch alles Gute und wir sehen uns in Leutkirch oder Freiburg.
Sorry nochmal an Adrien Peyrac, Diana, Oli Schländler, Simon Schneiderlein und Vero!!! Aber der erste April ist einfach zu günstig gelegen, weiß auch nicht warum.
Fischgrüße übersendet euch
leFindsch
zu berichten haben. Die lange Zeit allein hier
hat Spuren hinterlassen und äußert sich gerade darin, dass ich unzufrieden bin. Unzufrieden mit meinem Leben in Sète (obwohl es eigentlich nicht so schlimm ist), unzufrieden mit dem Kontakt zu
Freunden, der nach Deutschland oder in den Süden führt (hatte gedacht, dass von dort mehr kommt), obwohl es natürlich immer Ausnahmen gibt. Wenn Einiges zusammenkommt, dann übertreibt man
vielle
icht manchmal auch. Das Gefühl
bleibt aber vorerst doch bestehen und ich wünsche mir im Moment eigentlich nur, dass diese Zeit ganz schnell vorbeigeht. Beste Gelegenheit mich in die Obhut meiner lieben Vero zu begeben. Danach
bin ich sicher wieder geheilt und sehe die Situation nicht mehr so dramatisch. Trotzdem hätte ich das gerne vermieden.
Narbonne-Sète im Kommunistenpalast von Narbonne. Leider hat nicht meine französische Lieblingsstadt gewonnen, sondern der Gastgeber. Ein Grund mehr nach Spielende eine
Kneipentour zu starten, die sich zu einem Volltreffer entpuppen sollte. So viel Spaß hatte ich schon sehr lange nicht mehr.... Ein ziemlich schlechtes Musikduo spielt alle Dudelhits und wir sitzen
zusammen mit 6 anderen Personen im Publikum und lachen uns schlapp.... Schaut selbst!
Abends waren wir dann erst bei Quick
einen Burger essen, bzw. zwei Burger, weil Studenten bei Quick immer noch einen Burger dazu bekommen. Danach sind wir noch ins Kino zum neuen Film von Gad Elmaleh "Coco". Eigentlich ganz lustig und
unterhaltsam, auch wenn es nicht meine Art von Lieblingsfilm ist.